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Annäherung von Fachgebieten notwendig

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

vielleicht haben Sie sich selbst schon einmal Gedanken darüber gemacht, eine Klavierfabrik zu besuchen, um zu erfahren, wie die Instrumente, die Ihnen so lieb sind, eigentlich entstehen, gebaut werden? Um zu sehen, was hinter den schwarzen und weißen Tasten steckt, was man auch geöffnetem Deckel des Instruments nicht sieht. Oder vielleicht haben Sie schon einmal dem Klaviertechniker über die Schulter geschaut, der bei Ihnen zu Hause das Instrument pflegt, wenn er die Mechanik aus dem Flügel zieht, oder aber bei geöffneter Frontplatte die Stimmung im Klavier vornimmt. Wenn man etwas weiß, dann lässt sich auch leichter mit dem Techniker über bestimmte Dinge, die die persönliche Spielweise betreffen, vor allem die noch nicht vollführten Wünsche an das Instrument sprechen. Doch dies ist dann ein rein privates Interesse, denn Sie verdienen vielleicht Ihr Geld nicht mit dem Klavierspiel …

Wie aber sieht es mit den zahllosen Klavierstudenten in den deutschsprachigen Ländern aus, von denen die größte Anzahl ja durchaus das Klavierspiel zum Beruf machen will, also mit dem Spiel und dem dafür benötigten Instrument ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen? Wissen sie, was sich hinter den Tasten für ein Wunderwerk an handwerklicher Kunstfertigkeit verbirgt? Wissen sie, wie man mit einem Techniker spricht, wenn es um die persönlichen Belange und Wünsche geht? Weit gefehlt! Kaum ein Klavierstudent, der sich nicht selbst dazu bereiterklärt, sich in diesem Punkt zu bilden, erfährt während des Klavierstudiums etwas über die Bauweise eines Klaviers oder Flügels oder deren Behandlungsweise durch einen Techniker. Das ist eigentlich ein unhaltbarer Zustand. Denn wenn ein Rennwagenfahrer nichts von der Technik, die er bewegt versteht, wird er dem Team hinter ihm auch nicht vermitteln können, was bei seinem Fahrzeug zu verbessern ist. Und es gibt viele Rennwagenfahrer auf allen Ebenen – ebenso wie Pianisten …

Während Klaviertechniker zumindest ein Grundmaß an Klavierspiel für ihren Berufen beherrschen müssen, allein um die Stimmung zu prüfen oder im eigenen Handelsgeschäft einem Kunden ein wenig den Klang eines Instruments vorführen zu können, ist in der Studienausbildung eines Pianisten das Feld des Instruments fast vollkommen ausgespart. Hier und da gibt es zumindest Ansätze sich mit der Klavierbaugeschichte zu beschäftigen, gibt es Hochschulen, in denen die Klavierstudenten zumindest einen kleinen Prozentsatz mit historischen Instrumenten verbringen müssen. Gut so, aber über die Bauweise des modernen Instruments wissen sie dadurch auch nicht mehr.

Eigentlich wäre dies Thema wichtig, denn auch ein Streicher, ein Bläser oder Gitarrist versteht doch das meiste über sein Instrument. Nur der Pianist soll davon verschont bleiben, sich mit seinem Instrument auszukennen? Natürlich würde niemand verlangen, dass er selbst Hand an sein Instrument legt, denn die Klavierbauerausbildung in den deutschsprachigen Ländern ist nicht umsonst eine der umfangreichsten (auch in Europa) und führt damit auch zu einem großen Prozentsatz der besten Klaviertechniker in aller Welt … Nein, es geht banal um die Grundkenntnisse. Und die Klavierbauer vor Ort in den Städten der Musikhochschulen wären sicherlich froh über eine Initiative, wenn man seitens der Hochschulen auf sie zukäme, um gemeinsam mit den Werkstätten der Händler oder mit freien Klaviertechnikern Seminare oder Workshops durchzuführen, in denen die Klavierstudenten ihr Wissen um die klavierbautechnische Seite des Instrumente vertiefen könnten.

Dieses Thema ist eines der fehlenden in der Pianistenausbildung (neben einigen anderen). Warum dies nicht längst geschehen ist, dass man diese so spezialisierten Fachgebiete aneinander annähert, warum nicht Klaviertechniker sich stärker für solche Angebote stark machen, sich die Studenten selbst dafür einsetzen, bzw. die Klavierprofessoren ihren Vorgesetzten erklären, wie sinnvoll und weitsichtig solch eine Erweiterung des Lehrangebots wäre, bleibt wohl ein Geheimnis.

Kooperationspartner von PIANONews:TONEBASE

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

immer wieder schauen wir, ob wir unseren Lesern unseres Magazins PIANONews nicht einen neuen Mehrwert zukommen lassen können. Nun sind wir dabei auf die neue Video-Plattform von ToneBase aufmerksam geworden.Dieses Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass man im Internet durchaus in intelligenter Weise Unterrichtseinheiten von bekannten Pianisten und Lehrern zur Verfügung stellen kann. Doch dies auf eine Weise, die – entsprechend der heutigen digitalen Möglichkeiten – einen Mehrwert als nur allein das Video liefert. Wir haben uns diese Lehreinheiten von großen Interpreten wie Garrick Ohlssohn, John O’Connor, den jungen Pianisten Claire Huangci oder Andrew Tyson und vielen anderen angeschaut, und waren begeistert. Denn neben der Erklärung eines bestimmten Werks, einer Technik oder dem Umgang mit Klang, hat man einen großartigen weiteren Nutzen: Man kann innerhalb der zum Teil anderthalbstündigen Lehreinheiten zu bestimmten Stellen springen, kann sich immer die gerade vom Lehrenden erwähnten Notenstellen als Notentext anzeigen lassen, kann sich aber auch den gesamten Notentext erst einmal herunterladen. Man erhält zudem Informationen über gerade erwähnte andere Komponisten und Musikbegriffe – mit einem Wort: solch eine Lehreeinheit wird zu einem umfassenden Erlebnis. 127 solcher Lehreinheiten sind bereits aufgezeichnet und werden nach und nach für die fast schon interaktiv wirkende Plattform aufbereitet. Viele sind schon online.

In der Ausgabe 1-2020 haben wir nun für alle Käufer von PIANONews einen Coupon mit ToneBase vereinbart, der jedem Leser einen kostenfreien zweimonatigen Zugang gewährleistet. Das ist ein großartiges Angebot. Damit Sie sich ein Bild machen können, was ToneBase leistet, haben wir aber für alle Newsletter-Abonnenten jetzt schon ein exklusives Angebot: Garrick Ohlssohn bespricht Chopins Klavieretüde Opus 10 Nr. 10

 Schauen Sie rein und lassen Sie sich inspirieren, kaufen Sie PIANONews 1-2020 (wird am 3. Januar 2020 im Handel sein), um einen zweimonatigen kostenfreien Zugang zu allen Lehrinhalten zu bekommen.

Klaviertechniker in den eigenen vier Wänden

Liebe Klavierfreundinnen und -freude,

wenn man endlich der stolze Besitzer eines Klaviers oder eines Flügels in den heimischen vier Wänden ist, dann muss man sich bald schon Gedanken darüber machen, wie dieses Instrument auch in ein paar Jahren noch in einem guten Zustand ist oder wie man es sogar bei einem alten Instrument noch besser machen kann. Also muss als erstes ein Klavierstimmer her, am besten ein Klaviertechniker, der mehr leisten kann, als „nur“ eine Stimmung des Instruments vorzunehmen. Denn man wird auch einmal die Filze unter den Tasten zu erneuern haben und vielleicht muss auch einmal ein Hammerkopf abgezogen werden, da die Saiten schon deutliche Eindruckspuren hinterlassen haben. Nun ist es manchmal ein wenig komisch, wenn ein „Fremder“ sich an das eigene Instrument setzt. Aber da muss man halt durch, auch wenn einem das Instrument sehr ans Herz gewachsen ist. Dem Techniker einen Kaffee für die bessere Stimmung anzubieten, versteht sich von selbst, oder wenigstens ein Wasser – je nachdem, was er lieber hat. Und natürlich sollte man sich kurz mit ihm über das Instrument, das da vor ihm steht unterhalten, um ihm klarzumachen, was einem an kleinen Schwachstellen aufgefallen ist, was man vielleicht ändern könnte. Dann allerdings sollte man ihn seine Arbeit machen lassen. Neben einem Stimmer oder Techniker zu sitzen, ist zum einen nicht sinnvoll, da er sich kontrolliert fühlt, zum anderen wird er von seiner Konzentration abgelenkt. Und das will man nun doch wirklich nicht. Natürlich versteht es sich von selbst, dass man die eigene Zeit so gestaltet, dass man etwas Leises während des Stimmungsprozesses oder der weiteren Arbeit, die er vornehmen muss, tut. Denn wenn man nun lautstark telefoniert, hilft dies der Stimmung nicht. Ein Klaviertechniker muss sich auf sein Ohr und seine Erfahrung konzentrieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen – und das wollen Sie ja.

Wenn er dann verlauten lässt, dass er mit seiner Arbeit fertig ist, sollte man sich nochmals die Zeit nehmen, um alle Arbeiten zu prüfen, nicht um ihn zu kontrollieren im Sinne, dass man ihm nicht vertraut, sondern eher, um ihm (hoffentlich) Anerkennung zuzusprechen.

Dass er eigentlich auch immer das Instrument einmal kurz säubern sollte, versteht sich für einen guten Techniker von selbst. Auch das sollte man zumindest einmal ansprechen, denn unter den Saiten zu reinigen, verlangt bestimmte Werkzeuge oder Staubsauger.Wenn man dann zufrieden ist, sollte man auch gleich ansprechen, wann er wiederkommen sollte. Denn wir wissen selbst um die Heizperioden, wann es sinnvoll ist, eine Stimmung zu wiederholen. Und eines ist besonders wichtig: Wenn man einmal zufrieden ist mit dem Ergebnis, sollte man darauf achten, dass immer der gleiche Techniker dieses eine Instrument betreut. Warum? Nun, jeder Techniker hat seine individuellen Methoden, um ein Instrument zu behandeln, und verfolgt diese immer wieder. Wenn nun beständig ein Wechsel von Technikern am Instrument stattfindet, wird das Instrument niemals ganz so gut sein, wie es sein könnte, wenn derselbe Techniker immer weiter – über Jahre – seine Art, das Instrument zu behandeln verfolgt. Also sollten Sie sich sicher sein, dass es mit einem bestimmten Techniker gut funktioniert, dann können Sie sich ebenso sicher sein, dass das Instrument immer besser wird, oder zumindest seinen Stand – wenn er denn gut ist – beibehält.

Genres – feststehende Abgrenzungen?

Liebe Klavierfreundinnen  und -freunde,

haben Sie nicht auch manches Mal das Gefühl, dass Sie einige der heute erscheinenden Kompositionen, die eigentlich der sogenannten „ernsten Musik“, also der gemeinhin als Klassik bezeichneten Musik, nicht wirklich zuordnen können? Derjenige, der neben der sogenannten Klassik auch andere Musik hört, fühlt sich sogleich an Weltmusik, an Jazz oder sogar Popmusik erinnert (aus welchen Zeiten auch immer). Wie aber sieht es denn nun mit der heutigen klassischen Musik aus?Nun, auf der einen Seite gehören die anderen Genres neben der klassischen Musik mittlerweile ebenso zur Musikgeschichte wie die Kompositionen aus längst vergangenen Jahrhunderten. Und so ist es wohl mehr als selbstverständlich, dass heutige Komponisten sich auch von dieser Musik beeinflussen lassen, gewollt oder nicht gewollt. Auf der anderen Seite wollen heutige Komponisten auch, dass ihre Werke wieder stärker ein breiteres Publikum erreichen, als in Zeiten, als die fast geschlossenen Zirkel von Komponisten in Festivals wie den „Ferienkursen für Neue Musik“ in Darmstadt oder den „Donaueschinger Musiktagen“ sich gegenseitig von ihren neuen Leistungen überzeugen wollten und nicht daran interessiert waren, ob diese Werke auch in den üblichen Konzertreihen gehört würden.

Auch der Jazz hat natürlich seine Ursprünge – mögen diese auch weitaus jünger sein, als die der klassischen Musik – in längst vergangenen Zeiten. Und die Musiker dieses Genres schauen auch beständig darauf, Neues zu entwickeln. So lassen sie sich von der Musik aus anderen Ländern beeinflussen, integrieren Rhythmen aus dem Orient oder Asien in ihre Musik – und gehen so in die Richtung Weltmusik. Abgrenzungen von Genres sind mittlerweile schwimmender als jemals zuvor, oder? Nun, wenn wir zurückblicken in die Musik früherer Zeiten (man denke nur an den Einfluss des Jazz auf Komponisten wie Debussy oder Ravel), so war dies eigentlich schon immer so, nur dass die Globalisierung nicht so weit fortgeschritten war, dass man leichten Zugang zu allen Musikstilen in jedem Land sofort und jetzt zur Verfügung hatte. Heute, in einer vollkommen digitalisierten und globalisierten Welt, ist das anders. Mittels des Internet, allein durch YouTube, kann man sich Musik aus aller Herren Länder anhören, sich einen Eindruck machen, wie diese Musik klingt, sei es aus dem Urwald Südamerikas oder des Jazz aus Island. 

Die Abgrenzungen, die wir gemeinhin in unseren Köpfen haben, sind also eigentlich längst obsolet. Warum wir sie immer noch vornehmen? Nun, die Musikhäuser in unseren Regionen liefern uns fast ausschließlich Musik vergangener Zeiten, so dass das empfinden entsteht, dass dies die wahre Musik der Klassik sei. Dabei vergessen wir oftmals, dass die Musik von Komponisten wie Beethoven, Kurt Weill oder anderen zu ihren Zeiten auch mehr als kritisch gesehen, ja auch abgelehnt wurde.

Die sogenannte Neue Musik, die immer noch gerne im Elfenbeinturm ihrer Eigenarten verweilt, ist auf zahllosen Festivals präsent. Komponisten, die diesem Elfenbeinturm entfliehen wollen, haben es schwer. Mittlerweile aber gibt es – vergleichbar mit dem Jazz – auch in der Klassik wieder mehr und mehr Interpreten-Komponisten wie in früheren Zeiten. Und sie sind in der Lage, mittels der Aufführung eigener Werke uns eine Musik näherzubringen, die keine Genregrenzen mehr kennt. Und genau das sollten wir erkennen und akzeptieren. Genres sind in unseren Köpfen und wir wollen sie beibehalten, da es uns das Leben der Einordnung vereinfacht.

Sample oder Physical Modelling?

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

sind sie in den vergangenen Jahren auch immer über die Begriffe „Sample“ und „Physical Modelling“ gestolpert? Und? Wissen Sie den Unterschied? Nun gerade in der Welt der heute immer beliebteren Digital-Pianos oder der sogenannten Hybrid-Instrumente, also solcher akustischen Klaviere und Flügel, deren Hammerköpfe man stoppen kann, sodass sie die Saiten nicht anschlagen, um dann über Kopfhörer einen digitalen Klang zu hören, findet man diese Begriffe immer wieder. „Sample“ ist vielleicht etwas leichter zu erklären: Es handelt sich letztendlich um die Aufnahme eines akustischen Instruments, meist eines Konzertflügels, dessen Klänge dann digitalisiert werden, um sie auf einen Chip zu speichern. Dieser Klang wird dann beim Spiel abgerufen. Während man es sich in früheren Zeiten einfach gemacht hat und einen Ton angeschlagen hat, ihn dann einfach kopiert und in veränderter Form immer wieder erklingen ließ (in sogenannten Loops), geht man heute weitaus detaillierter vor: Man nimmt tatsächlich jede angeschlagene Note eines Flügels in jeder auch nur erdenklichen Dynamik und in jedem Facettenreichtum auf. Früher war das nicht möglich, da die Speicherkraft der genutzten Medien einfach nicht ausreichte, denn: Es benötigt wahnsinnig viel Speicherplatz, um solch ein aufwendiges Sample auf einen Chip zu bannen. Heute ist das kein Problem. Aber: Das Sampling-verfahren ist extrem aufwendig und damit ebenso teuer. Was also haben sich gewiefte Physiker und Akustiker überlegt: Das „Physical Modelling“.

Und da ist also der andere Begriff. Doch was bedeutet er? Nun, um Speicherplatz zu sparen, hat man sich überlegt, dass man den Klang eines Instruments auch künstlich kreieren kann, ohne dass es seine spezifischen Klangeigenschaften verliert. Früher waren es die großen Synthesizer, die in der Lage waren, ungewohnte Klänge aufgrund von veränderten Sinustönen zu kreieren. Darauf basiert auch das „Physical Modelling“, nur dass man den Klang, den man kreiert, genauso klingt, wie ein bestimmter Flügel klingt. Das ist nicht einfach, aber: Es benötigt weitaus weniger Speicherplatz als ein Sample und ist auch entsprechend preiswerter zu realisieren.

Nicht jeder kleine Hersteller kann es sich erlauben, den eigenen Konzertflügel aufwendig zu sampeln. Also geht man zu einem spezialisierten Unternehmen, das in der Lage ist, den Klang des eigenen Flügels „künstlich“ nachzubauen. Das französische Unternehmen Moddart ist solch eine spezialisierte Firma, das auch mit der Software „Pianoteq“ auf dem Markt ist. Innerhalb dieser Software hat man dann klanglich zahlreiche Flügel zur Verfügung, die den firmenspezifischen Klang aufweisen, ebenso historische Instrumente. Und das alles zu einem unfassbar günstigen Preis, da alles auf „Physical Modelling“ basiert. Das bedeutet allerdings auch: Ein Sample ist noch einmal ein wenig „natürlicher“ im Klang als ein per „Physical Modelling“ entstandener Flügelklang. Doch um ganz ehrlich zu sein: Der normale Mensch hört diese Unterschiede kaum. Wenn Sie also ein Digital-Piano wählen, oder an einem akustischen Instrument mit Stummschaltung interessiert sind, lassen Sie sich nicht von solchen Begrifflichkeiten abschrecken.

Sommer, Sonne, Klavier

Liebe Klavierenthusiasten,

wenn man in den Urlaub fährt, würde man – letztendlich hat man ja plötzlich mehr Zeit – gerne auch einmal ein Instrument unter die Finger nehmen. Und da man oftmals auch gerne Natur um sich herumhaben will, sind diese beiden Dinge meist nicht zusammenzubringen. Doch in Zeiten, in denen immer mehr Besitzer von Wohnungen und Häusern in Regionen mit viel Naturumgebung zu Urlaubszwecken vermieten, ist es eigentlich kein Problem mehr, sich einen Traum zu erfüllen: Ein Haus am Strand mit einem Flügel …

Doch man sollte aufpassen, oftmals sind die Klaviere oder Flügel mehr dekoratives Möbel als ein gutes Instrument. Man sollte schon Kontakt mit dem Vermieter aufnahmen, um zu erfahren, ob das Instrument auch gewartet wurde. Da der Trend für den Urlaub auch immer stärker in die heimatlichen Gefilde geht, ist die Anzahl an sogenannten „Ferienwohnungen“ zumindest gestiegen. Und was würde man sich mehr wünschen, als in einem wunderbaren Naturumgebung aufzuwachen und nach einem ausgedehnten Spaziergang einmal ein wenig Klavier zu spielen. Das ist durchaus machbar und man sollte sich den Spaß erlauben, um das richtige Objekt zu finden.Denn wenn man nicht gerade ein Klavierfestival in wunderbarer Naturumgebung besucht, und man nicht mit dem MP3-Player und Kopfhörer durch die Gegend rennen will, kommt die Klaviermusik im Sommer doch recht kurz.

Und in Zeiten, in denen viele das Tablet als Notenbuch benutzen, ist das auch kein Problem mehr. Denn man muss nicht mehr die Notenwerke mit sich herumschleppen, sondern stellt kurzerhand das Tablet aufs Instrument und man hat alles bei sich. Zukunftsmusik?Nein, denn es ist tatsächlich so, dass man heute – auch mithilfe der modernen digitalen Technik – fast alles möglich machen kann. Denn viele haben ja auch ihre Lieblingsmusik immer dabei. Genauso kann es mit den Noten sein.Wenn man sich schon die Mühe macht und in den Urlaub fährt, um sich zu entspannen, wenn man sich Zeit für die Dinge nehmen will, die man ansonsten nur von seiner Arbeitszeit abzwacken muss, dann ist eine Ferienwohnung (oder ein Haus) mit einem akustischen Instrument genau das richtige. Man muss sich auch nicht grämen, wenn man dann das Instrument doch in zwei Wochen nur ein oder zweimal anspielt – denn allein diese zwei Male werden Sie es genießen.

Wo üben?

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

wenn Sie zu den glücklichen Klavierliebhabern gehören, die nicht nur die Klaviermusik gerne hören, sondern auch selbst einmal das ein oder andere Stück ausprobieren, werden Sie vielleicht auch ein eigenes Instrument besitzen. Während man in China beispielsweise noch stolz darauf ist, dass man den Nachbarn hören lassen kann, dass man sich ein solches Instrument leisten kann, ist man hierzulande weniger glücklich, wenn der Nachbar mehrere Stunden am Tag Klavier übt. Vor allem bedeutet dies auch für den etwas ungeübten Spieler, dass sein Spiel deutlich von anderen wahrgenommen wird, nicht immer ein Genuss, wenn man noch übt. Aber viele haben gar kein eigenes Instrument, nicht einmal Studenten, die Klavier studieren. Oftmals haben sie weder das Geld noch die Räumlichkeiten, sich ein Instrument anzuschaffen. Wo also üben sie?

Natürlich gibt es in jeder Musikhochschule Überäume. Aber da es immer mehr Studenten gibt, die üben wollen und müssen, da sie aus dem Ausland stammen und – wie schon erwähnt – keine Räumlichkeiten für ein eigenes Instrument haben, sind die Kapazitäten für die Überäume stark begrenzt. Wo aber sonst kann man üben? Mittlerweile gibt es einige Internet-Plattformen, die Überäume vermitteln. Doch wenn man dort schaut, ist man manches Mal bestürzt, welche Instrumente in eigenwilligen Räumlichkeiten zu hohen Stundenpreisen angeboten werden. Dabei gibt es doch so viele Haushalte, in denen Instrumente unbenutzt stehen, manches Mal für Wochen, Monate … Wäre es nicht sinnvoll, wenn mehr von den Besitzern von Flügeln und guten Klavieren sich in einer Hochschulstadt zusammenschließen würde, und den Studenten eine gute Übemöglichkeit bieten? Wäre das nicht im Sinne der Instrumente, die dann gespielt würden. Der ein oder andere Besitzer käme vielleicht sogar in den Genuss eines hochwertigen Spiels, das er ansonsten nur von Tonträger kennt – live und in den eigenen vier Wänden.

Klavierfachgeschäfte haben hier und da dieses Manko der Überäume erkannt und haben solche bei sich eingerichtet. Aber es sind einfach nicht genug. Dass man damit auch bei nicht überzogenen Stundenpreisen sogar einen Teil der Miete für das Geschäft realisieren kann, haben nur wenige begriffen. 

Es gäbe genug Ideen, wo und wie man Übermöglichkeiten anbieten könnte – man muss es nur anpacken.

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