Sample oder Physical Modelling?

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

sind sie in den vergangenen Jahren auch immer über die Begriffe „Sample“ und „Physical Modelling“ gestolpert? Und? Wissen Sie den Unterschied? Nun gerade in der Welt der heute immer beliebteren Digital-Pianos oder der sogenannten Hybrid-Instrumente, also solcher akustischen Klaviere und Flügel, deren Hammerköpfe man stoppen kann, sodass sie die Saiten nicht anschlagen, um dann über Kopfhörer einen digitalen Klang zu hören, findet man diese Begriffe immer wieder. „Sample“ ist vielleicht etwas leichter zu erklären: Es handelt sich letztendlich um die Aufnahme eines akustischen Instruments, meist eines Konzertflügels, dessen Klänge dann digitalisiert werden, um sie auf einen Chip zu speichern. Dieser Klang wird dann beim Spiel abgerufen. Während man es sich in früheren Zeiten einfach gemacht hat und einen Ton angeschlagen hat, ihn dann einfach kopiert und in veränderter Form immer wieder erklingen ließ (in sogenannten Loops), geht man heute weitaus detaillierter vor: Man nimmt tatsächlich jede angeschlagene Note eines Flügels in jeder auch nur erdenklichen Dynamik und in jedem Facettenreichtum auf. Früher war das nicht möglich, da die Speicherkraft der genutzten Medien einfach nicht ausreichte, denn: Es benötigt wahnsinnig viel Speicherplatz, um solch ein aufwendiges Sample auf einen Chip zu bannen. Heute ist das kein Problem. Aber: Das Sampling-verfahren ist extrem aufwendig und damit ebenso teuer. Was also haben sich gewiefte Physiker und Akustiker überlegt: Das „Physical Modelling“.

Und da ist also der andere Begriff. Doch was bedeutet er? Nun, um Speicherplatz zu sparen, hat man sich überlegt, dass man den Klang eines Instruments auch künstlich kreieren kann, ohne dass es seine spezifischen Klangeigenschaften verliert. Früher waren es die großen Synthesizer, die in der Lage waren, ungewohnte Klänge aufgrund von veränderten Sinustönen zu kreieren. Darauf basiert auch das „Physical Modelling“, nur dass man den Klang, den man kreiert, genauso klingt, wie ein bestimmter Flügel klingt. Das ist nicht einfach, aber: Es benötigt weitaus weniger Speicherplatz als ein Sample und ist auch entsprechend preiswerter zu realisieren.

Nicht jeder kleine Hersteller kann es sich erlauben, den eigenen Konzertflügel aufwendig zu sampeln. Also geht man zu einem spezialisierten Unternehmen, das in der Lage ist, den Klang des eigenen Flügels „künstlich“ nachzubauen. Das französische Unternehmen Moddart ist solch eine spezialisierte Firma, das auch mit der Software „Pianoteq“ auf dem Markt ist. Innerhalb dieser Software hat man dann klanglich zahlreiche Flügel zur Verfügung, die den firmenspezifischen Klang aufweisen, ebenso historische Instrumente. Und das alles zu einem unfassbar günstigen Preis, da alles auf „Physical Modelling“ basiert. Das bedeutet allerdings auch: Ein Sample ist noch einmal ein wenig „natürlicher“ im Klang als ein per „Physical Modelling“ entstandener Flügelklang. Doch um ganz ehrlich zu sein: Der normale Mensch hört diese Unterschiede kaum. Wenn Sie also ein Digital-Piano wählen, oder an einem akustischen Instrument mit Stummschaltung interessiert sind, lassen Sie sich nicht von solchen Begrifflichkeiten abschrecken.

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