Wie die Natur des Instruments selbst: Surround-Klang

Liebe Klavierenthusiastinnen und -enthusiasten,

seit Anbeginn der Tonaufzeichnung hatte man die Idee eine musikalische Aufführung so auf einem Tonträger (heute respektive Datenträger) einzufangen, als würde man in einem Konzert einem Künstler lauschen. Erst war da natürlich das Erlebnis und Faszination, dass man überhaupt etwas Flüchtiges wie einen Klang bannen und immer und immer wieder anhören konnte. Doch bald schon reichte den technisch Interessierten Menschen, die sich um diese Aufnahmen bemühten, längst nicht mehr- Schon in den 1940er Jahren begann man zu experimentieren, wie man den Klang eigentlich so abbilden könnte, dass er die Zuhörer umgibt wie in der Natur, als würde ein Instrument angehört werden …

Doch der nächste Schritt war erst einmal die Entwicklung von Mono zu Stereo – ein immenser Schritt für das klangliche Erlebnis. Plötzlich hatte man für die Aufnahmen eines Flügels das Gefühl, als hörte man genau die Bassregion links und die oberen Töne rechts aus den Lautsprechern, als würde man vor einem Instrument sitzen. Doch man wollte mehr, experimentierte mit zwei vorderen und zwei hinteren Boxen, der Quadrophonie. Doch auch das reichte längst nicht aus, um den raumeinhüllenden natürlichen Klang des Instruments wiederzugeben. Immer blieb etwas Artifizielles zurück, doch wir hatten uns alle schon daran gewöhnt, wie gut Stereo-Aufnahmen klingen. Daran änderte auch der Datenträger, die CD oder die SACD nichts. Dann kam die Surround-Klang-Technologie auf den Markt. Und schon da erkannten wir, welchen Quantensprung dies ausmachte. Doch den Raum füllte man damit nur auf einer, einer horizontalen Hörebene. Was musste also passieren? Ein dreidimensionaler Klang musste her. Unterschiedliche Konzepte der sogenannten immersiven Aufnahme- und Wiedergabesysteme gibt es mittlerweile, die einen erstaunen lassen, was da noch alles an technischen Möglichkeiten bislang schlummernd vor sich hindümpelte. Plötzlich hört man einen ganzen Saal, die Reflexionen einbegriffen.

Doch bei aller Faszination für das Technische, das Hörerlebnis, ist es doch die Musik selbst, die das wichtige beim Anhören bleibt – und natürlich die Interpretation. Auf diese Weise wird wohl auch noch für viele Jahre das Gefühl des Stereohörens nicht verschwinden, sondern wird nun nur immer häufiger auf die Qualität hinterfragt. Und dennoch: all dies ersetzt letztendlich nicht das Live-Erlebnis in einem Saal. Denn eines haben die Techniker und Ingenieure noch nicht geschafft: Uns virtuell vorzugaukeln wir hörten vor Ort. Dazu muss das Live-Erlebnis bleiben. Und dennoch wird die Technologie irgendwann vielleicht in der Lage sein, uns auch klanglich diese einmaligen Momente eines Live-Erlebnisses für immer zu bannen.

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