Die digitale Welt und das Klavier

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

in diesen Zeiten der Unbeständigkeiten für die gesamte Welt der Corona-Pandemie ist das digitale Element stark in den Vordergrund gerückt. Studenten werden digital am Instrument und in theoretischen Fächern unterrichtet, Kameras, die Bildschirmtreffen ermöglichen, gehören mittlerweile ebenso zum Standard wie die unterschiedlichen Software-Angebote, die uns die Kommunikation erlauben. Und schon werden die ersten Stimmen laut, die meinen, dass dies doch auch seine Vorteile hat. Denn letztendlich müssen Klavierschüler nicht mehr an einen bestimmten Ort, um unterrichtet zu werden, Klavierlehrer können zuhause bleiben, da ihnen ohnehin nur selten die Fahrtkosten erstattet werden. Und wenn es sich nicht um den Instrumentalunterrichtet handelt, dann sind auch einige Hochschuleinrichtungen durchaus interessiert daran, dass die theoretischen Fächer doch auch weiterhin über den Bildschirm unterrichtet werden können.

Natürlich haben auch etliche Großunternehmen in den Pandemie-Zeiten erkannt, wie viel Kosten man einsparen kann, wenn die Mitarbeiter zum großen Teil aus dem Homeoffice arbeiten. Für die CO2-Bilanz ist das wirklich gut, aber für die Kommunikation, die Dinge, die man auch für die Arbeit schnell einmal im direkten Gespräch nebenbei klärt, eher negativ zu bewerten. Eine gewisse Müdigkeit und Faulheit schleicht sich da ein. Noch rufen alle nach dem Live-Erlebnis, nach dem direkten Kontakt. Doch wie sieht das aus, wenn die Situation noch bis Mitte dieses Jahres 2021 andauert? Werden wir uns sofort wieder ins Getümmel des Verkehrs stürzen, um irgendwohin zu kommen? Das sind wir doch gar nicht mehr gewohnt. Und wenn der Auftraggeber oder der Arbeitgeber das nicht will oder es uns freistellt, dann werden viele sich wohl eher dagegen entscheiden, jeden Tag stundenlang im Stau zu stehen.

Doch währet den Anfängen. Denn wenn dies die „neue Normalität“ wird, dann verlieren wir gerade in der Musik, in jeder Phase dieser Musikwelt, die Akzeptanz für genau diese, für die so viele momentan noch kämpfen.

Nichts kann den direkten Kontakt ersetzen, weder im theoretischen Unterricht noch im praktischen am Instrument. Digitaltechnik sollte uns doch einmal eigentlich nur unterstützen, die Entwickler solcher Techniken hatten die Idee, dass die digitale Technik uns mehr Freiheit und mehr Spielraum gibt, aber nicht dass sie etwas Zwischenmenschliches ersetzen soll. Doch wenn gewiefte Geschäftsleute erst einmal den Nutzen zur Einsparung durch diese Digitaltechnik erkannt haben, dann rette sich wer kann. Schon in vielen Bereichen spüren wir es: Banken wollen, dass wir digital unsere Geschäfte mit ihnen abwickeln, und die Verbreitung dieses „Services“ ist immer stärker in unserem Leben integriert.

Doch die Musikerziehung, die Musik selbst, darf nicht vollkommen digital werden, auch wenn wir vielleicht noch akzeptieren können, dass die Aufnahmen uns als digitale CD erreichen. Zum Glück sind die digitalen Instrumente, die Digital-Pianos oder die mit digitaler Technik angereicherten Hybrid-Instrument noch so „live“ und lebendig, dass sie gespielt werden müssen.

Daher: Musik muss live blieben, so viel wie es möglich ist.

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