Preise für Künstler

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

es gibt sie zuhauf: Preise für Künstler, viele von ihnen werden auch an Pianisten vergeben. Doch sind die Pianisten wirklich dankbar für die Preise, wissen sie wie viel Arbeit manches Mal hinter diesen Preisen steckt?

Vor kurzen ging eine Welle der Entrüstung durch die Welt der Preisträger: Der ECHO wurde an ein Rapper-Duo verliehen, das Texte von unfassbarer Dummheit und jegliche Art von religiös-gesellschaftlich-ethischer Verantwortung für die Welt verfasst. Das ist nicht akzeptierbar! Aber wenn danach Preisträger des ECHO Klassik ihre Preise entrüstet zurückgeben, dann schreit dies von jeglicher Ignoranz den Verantwortlichen gegenüber. Denn während der ECHO ein statistischer Preis nach Verkaufszahlen ist, der nur noch abgenickt wird, steht hinter dem ECHO Klassik eine 11-köpfige Jury, die sich viel Mühe gibt, Hunderte von CDs hört, diskutiert, bevor man einen Preis vergibt. Dass aber gerade die klassischen Künstler – auch Pianisten – nun den ECHO Klassik durch die Rückgabe dieser mit viel Aufwand vergebenen Preise auf eine Art diffamieren, zeugt von übersteigerter Egozentrik und von Ignoranz, wenn behauptet wird, dass man nicht wisse, wie diese Preise vergeben würde.

Eigenwilligerweise hat jeder diesen Preis erst einmal gerne entgegengenommen. Aber er informiert sich anscheinend nicht, wer in der Jury sitzt, obwohl die Kriterien ebenso wie die Juroren offen im Internet einsehbar sind (http://www.echoklassik.de/klassik-hintergrund/). Mit dieser Kritik trifft man nicht die Käufer, die dafür sorgen, dass eine verstörende Musik wie von dem besagten Rapper-Duo hunderttausendfach gekauft wird, sondern sie trifft die Welt der Klassik selbst.

Auch bei anderen Preisen scheint niemand wirklich zu fragen, wie sie zustande kommen, wer sie warum und wie vergibt, solange man sie nur erhält. Denn auch andere Preise für klassische Musik werden in der Regel mit Auswahlverfahren und durch Juroren vergeben. Allerdings ist es eher selten, dass die Jury sich tatsächlich persönlich trifft wie dies beim ECHO Klassik der Fall ist.

Es bleibt fraglich, ob man überhaupt noch Schallplattenpreise oder Auszeichnung an Künstler vergeben sollte, denn letztendlich scheint es so, dass sie es beim kleinsten Anlass nicht zu schätzen verstehen … oder sind diese Preise dann doch eher für das Publikum wichtig, um sich zu orientieren?

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