"Verrückte" Welt

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

die Welt scheint „verrückt“ seit der durch Russland initiierte Krieg begonnen hat. Denn nicht nur die Geschäfte mit Energieressourcen beschäftigt uns, sondern auch die schwierigen Lieferketten, die letztendlich auch die Klavierbauindustrie treffen wird. Denn – wir sind uns dessen bewusst – viele Instrumente und Teile von Instrumenten kommen aus Asien, meist auf dem Seeweg. Wenn diese nun länger werden, wird es – vor allem auch mit dem Blick auf die Schwierigkeiten, die uns die Corona-Pandemie schon beschert hat – werden wir als Endverbraucher auch in dieser Richtung Preiserhöhungen und eine womöglich noch größere Verknappung feststellen müssen.

Zudem sind natürlich auch für die Hersteller die Energiekosten so vehement in die Höhe geschnellt, dass die Herstellung sich zwangsläufig verteuert und selbst Preise für Holz und den Transportweg innerhalb Europas noch einmal zugelegt haben. Auch das Papier wird knapp werden, da die größten Papierhersteller der Welt schon angekündigt haben, bestimmte Papiersorten nur noch reduziert herzustellen, da sie die gestiegenen Energiekosten bei der Produktion nicht auf die Kunden umlegen können. Das wird auch die Verlage treffen, die Noten herstellen.

Die Corona-Pandemie einerseits und der Krieg andererseits wird uns noch lange Zeit viel abverlangen. Wir müssen darauf vorbereitet sein, nicht nur, was die Kosten anbelangt. Doch die Klaviermusik wird weiterleben, denn sie hat schon weitaus schlimmere Krisen in seiner so langen Geschichte überlebt. Wir müssen uns aber gewahr sein, dass es eine Kultur gibt, die neben anderen wichtigen Dingen die Grundlage unserer Demokratie darstellt. Wir dürfen gerade jetzt nicht vergessen, dass die Kultur, wozu auch die Klaviermusik gehört, wichtig bleibt für unser Zusammenleben, zu unserem Sein als freie Menschen innerhalb einer Demokratie.

Vor allem aber dürfen wir – und dies gerade mit der deutschen Geschichte – nicht zulassen, dass eine ganze Gruppe von Menschen aufgrund ihrer Nationalität geächtet wird. Davor sollte man sich verwahren und muss dafür eintreten. Denn auch die Menschen und Künstler in Russland leiden unter dem Regime, unter dem sie nun zwangsläufig zu leben haben. Auch ihnen gilt – neben den Ukrainern, die natürlich jegliche Hilfe benötigen und zum Teil auch schon erhalten – unser Zuspruch, damit sie sich nicht in einer Autokratie verlassen fühlen. Denn ohne eine Unterstützung dieser Menschen in einem Land, das von einem Autokraten regiert wird, wird es auf lange Sicht auch keine freiheitlichen Gedanken geben, da ansonsten der Humus für die schockierenden Falschverlautbarungen von russischer Führung aus gelegt wird.

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