Digital-Pianos rar

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

die Pandemie-Phase von 2020 hat viele Musikliebhaber gelehrt, dass es zu Hause sehr schön sein kann – auch ohne Ausgangssperren. Und wenn man schon für Klaviermusik schwärmt, dann will man auch ein wenig Klavier spielen. In vielen haushalten geht das aber nur zu bestimmten Uhrzeiten, wenn man niemanden stören will. Zum anderen will man als Anfänger oftmals auch nicht die Mitbewohner in der eigenen Wohnung mit seinem noch recht vorsichtigen Umgang mit den Tasten „belasten“. Also haben sich viele dazu entschlossen 2020 ein Digital-Piano anzuschaffen.

Doch plötzlich war das Angebot kaum mehr gegeben, und dies nicht etwa, da die Geschäfte geschlossen hatten. Vielmehr kommen viele der Digital-Pianos aus Übersee, genauer gesagt aus China und Japan. Aufgrund der Pandemie-Beschränkungen allerdings gab es weitaus weniger Frachtverkehr auf den Schiffen, die Container-Auslastung war hoch, da es eine geringere Anzahl gab. Zudem war die Fracht plötzlich drei Mal so teuer. Das ist eine der Facetten, warum plötzlich das Angebot an Digital-Pianos niedriger war und es auf diese sogar Lieferzeiten gab, was es eigentlich noch nie gab. Zum anderen hatten etliche der Hersteller nicht mit diesem Boom während der Pandemiezeiten gerechnet und konnten ihre Produktion nicht schnell genug anpassen – traurig eigentlich. Zudem brannte in Japan auch noch eine Halbleiterfabrik ab, die als wichtiger Zulieferer von Digital-Pianos plötzlich nicht mehr zur Verfügung stand. Das Ergebnis: Selbst die Hersteller von Digital-Pianos, die in Europa fertigen, waren bald schon ausverkauft.

Zum einen ist das natürlich wunderbar, denn es zeigt das Interesse am Klavierspiel in den heimischen vier Wänden. Zum anderen beweist es allerdings auch die Verwundbarkeit des weltweiten Handels und der Globalisierung – selbst im Musikinstrumentenmarkt. Dabei sollte das Klavierspiel allerdings nicht allein auf die Digital-Pianos ausrichten, denn akustische Klaviere waren alle Zeit genügend vorhanden. Ein Gespräch mit den Mitbewohnern, den Nachbarn und so weiter hätte für den ein oder anderen sicherlich dazu geführt, dass man nichts gegen das Üben am akustischen Instrument hat. Und dass dies vielleicht noch besser ist, als das auf dem Digital-Piano steh ohnehin außer Frage, da man das akustisch-physische Erlebnis des Klangs und des Spiels hat.

Für eine Weile werden die Digital-Pianos wohl noch rar bleiben, aber es wird sich auch wieder ändern. Dass man dennoch nicht davon ablassen sollte, sich ein Instrument nach Hause zu holen, nur da die Ausgangssperren wegfallen und man auch wieder in andere Länder reisen darf, steh außer Frage. Denn das Klavierspiel ist immer eine Art von Kurzurlaub und bereichert alles: Die Seele, den Geist und den Körper.

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

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