Musikmessen – Dinosaurier oder Neuheiten-Fetische

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

die meisten Musik- und Instrumentenliebhaber erinnern sich sicherlich noch gut: früher waren Messen die interessantesten Plattformen, um sich über die Neuheiten und die spannendsten Dinge rund um Instrumente, Noten, Bücher, ja selbst HIFI-Komponenten zu informieren. Doch wie sieht das heute aus? Immer mehr Menschen informieren sich über Internet-Plattformen, sogenannte Tests von Benutzern auf YouTube was gerade angesagt und neu oder gut ist. Selbst die große Funkausstellung in Berlin ist kein Garant mehr dafür, dass man auch neue Audio-Geräte oder ähnliches vorgeführt bekommt, da alles nur noch auf visuelle Digitalwelten ausgerichtet ist. Und bei Instrumenten? Nun, die Internationale Musikmesse Frankfurt, die sich ehemals aus der Frühjahrsmesse Frankfurt entwickelte und seit vielen Jahrzehnten existiert, wird immer mehr zu einer Business-Plattform. Das bedeutet: Verkäufer treffen Käufer … wo bliebt da der Endverbraucher? Immer mehr entwickeln sich Messen im Allgemeinen zu sogenannten internen Branchentreffen, zu Konferenzen, in denen sich Fachleute treffen, um über ihr Geschäft zu diskutieren. Endverbraucher sind da eigentlich nicht gern gesehen – aber vor allem sieht man auch nichts, sondern kann den Menschen nur zuhören, was sie meinen.

Nun wird es in diesem Jahr mit der Messe „Musicpark“ in Leipzig im November eine neue Art von Musikmesse geben. Diese soll nun Musik als Erlebnis präsentieren, mit Verkaufsständen, mit Musikerlebnissen. Auch Klavierbaufirmen werden sich dort präsentieren … Immerhin hat Leipzig mit der Buchmesse schon ähnliches geschafft, da die gesamte Stadt Leipzig ein Teil des Messegeschehens ist und man als Besucher wirklich ein Erleben rund um das Kulturgut Buch bekommt. Es bleibt noch abzuwarten, ob dies auch für die Musik gelingt, und ob das Instrument Klavier entsprechend seiner wichtigen Bedeutung in der Musikwelt präsentiert und vertreten sein wird.

Die Frage, die sich stellt: Sind Messen überhaupt noch in einer Welt der digitalen und beständigen Kommunikation ein Mittel für die Information? Natürlich, zumindest könnten sie es sein. Wenn man das Programm entsprechend aufzieht, wären diese Plattformen nicht nur ein Event zur Information, sondern ein kulturelles Treffen für den direkten Austausch zwischen Hersteller, Händler und Endverbraucher. Doch die Kosten sind für die Aussteller oftmals so intensiv, dass sich dies nicht mehr lohnt, sondern ein direktes Endverbraucher-Marketing weitaus besseren Nutzen hat. Auch da sind die Veranstalter, die Messegesellschaften, gefragt. Es bleibt abzuwarten, ob die Messe „Musicpark“ in Leipzig der Idee „Musikmesse“ eine neue Dimension hinzufügen kann. Wünschenswert wäre es allemal.

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