Die Welt der europäischen Klavierhersteller

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

wer sich bereits häufiger oder seit längerem mit der Welt der europäischen Klavierfertigung beschäftigt hat, kann im ersten Moment bestürzt auf die Zeiten zurückblicken, als es in Europa fast in jedem Land noch eigene Fertigungen und Marken gab. Da gab es vor noch einigen Jahrzehnten fast in jedem skandinavischen Land und im Bereich der Benelux-Staaten eigene Fertigungsstätten. Frankreich war eines der wichtigen Herstellerländer, ebenso wie Polen.

Selbst in Russland fertigten große Unternehmen riesige Stückzahlen an Instrumenten. Die japanischen Hersteller kamen erst in den 1960er Jahren wirklich auf den europäischen Markt. Etliche Jahre danach dann die koreanischen Produzenten.wer sich bereits häufiger oder seit längerem mit der Welt der europäischen Klavierfertigung beschäftigt hat, kann im ersten Moment bestürzt auf die Zeiten zurückblicken, als es in Europa fast in jedem Land noch eigene Fertigungen und Marken gab. Da gab es vor noch einigen Jahrzehnten fast in jedem skandinavischen Land und im Bereich der Benelux-Staaten eigene Fertigungsstätten. Frankreich war eines der wichtigen Herstellerländer, ebenso wie Polen. Selbst in Russland fertigten große Unternehmen riesige Stückzahlen an Instrumenten. Die japanischen Hersteller kamen erst in den 1960er Jahren wirklich auf den europäischen Markt.

Etliche Jahre danach dann die koreanischen Produzenten.Heute sind es nur mehr wenige Hersteller, die selbstständig Instrumente fertigen, in Europa sind sie an zwei Händen abzuzählen. Was ist passiert? Nun, es gibt mehrere Gründe. Zum einen kamen die Elektronik und dann die Digital-Technik auf, und heute werden zigfach so viele Digital-Pianos verkauft wie akustische Tasteninstrumente. Zudem ist der Markt mit gebrauchten Instrumenten übersät, die die Bedürfnisse der Kunden für neue Instrumente obsolet werden lassen. Daneben hatten einige Hersteller in Europa gehofft, dass es geschäftlich immer so weitergeht wie man es aus den 1960er und 1970er Jahren gewohnt war. Viele hatten ihre Produktion (und damit die Fertigungszahlen) erweitert und stellten sich – trotz recht bescheidener Größe – dem globalen Wettbewerb. Dabei haben viele Hersteller sich finanziell übernommen und wurden zu Übernahmekandidaten asiatischer Unternehmen. Heute ist China das größte Produzentenland auch für akustische Tasteninstrumente. Und aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in China und den noch recht jungen Firmen, die dort bauen, hat man so viele Instrumente im Inland verkaufen können, dass die Unternehmen riesige Gewinne machten. Daher waren die angeschlagenen Klavierhersteller in Europa – wenn sie nicht schon gänzlich ihre Produktion aufgeben mussten – Übernahmekandidaten gerade chinesischer Herstellerfirmen.

Doch entgegen den Gerüchten scheinen genau diese Übernahmen letztendlich die Vielfalt der europäischen Hersteller und die Markenqualität zu bewahren. Denn bislang wurden die von asiatischen Firmen übernommenen Hersteller weder geschlossen, noch wurden sie gezwungen nur mehr asiatische Produkte zu vertreiben. Was dies bedeutet: Die Übernahmen stellen eine Gnade dar, denn ansonsten wäre der Klaviermarkt in Europa mittlerweile deutlich ärmer an Produkten und Herstellern. Die asiatischen Unternehmen sind interessiert daran, ihren Status im eigenen Land aufgrund des Besitzes eines hochwertigen Herstellers in Europa zu stärken. Und so wird es vielleicht in Zukunft noch weitere Unternehmen geben, die irgendwann den Besitzer wechseln. Und damit wird die Qualität – wenn es sich so verhält wie bisher – der europäischen Klavierproduktion bewahrt bleiben.

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