Pianonews 03 / 2021

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Teo Gheorghiu

„Ich fühle mich gerade jetzt musikalisch inspiriert.“

Von: Carsten Dürer

Er ist einer der Pianisten, die schon viele Phasen in ihrem jungen Leben durchlaufen haben. Der heute 28-jährige schweizerisch-kanadische Teo Gheorghiu saß schon mit 12 Jahren in einem Klavierkonzert auf der Bühne der berühmten Tonhalle in Zürich. Er studierte in London und in den USA. Mittlerweile ist er an seinen Erfahrungen gewachsen und hat soeben sein viertes Album veröffentlicht, das er mit „Duende“ betitelt. Was es damit auf sich hat und wie Teo Gheorghiu seinen bisherigen Werdegang sieht, erfuhren wir in einem Gespräch mit ihm.

In seinem Studio stehen ein Flügel und ein Fahrrad, zwei Leidenschaften, die Teo Gheorghiu in seinem Leben vereint. Doch das Klavierspiel stand schon in jüngsten Jahren ganz vorne. Auch wenn er heute in der Schweiz lebt, verrät sein Name andere Wurzeln. Er erklärt: „Meine Eltern stammen aus Rumänien und haben sich in Kanada kennengelernt. Dort waren sie nicht ganz freiwillig, sondern haben sich während der Ceausescu-Ära in Rumänien ins Exil begeben. Dort lebten sie mehrere Jahre, bevor sie in die Schweiz gingen.“ Kurz darauf ist Teo in der Nähe von Zürich geboren. Ist man dann automatisch Schweizer Staatsbürger, wenn man dort geboren wurde? „Ich denke, das wäre möglich, aber ich wurde erst im vergangenen Jahr Schweizer. Den kanadischen Pass erhielt ich durch meine Mutter – und dann hat es etwas länger gedauert, bis ich eingebürgert wurde. Das lag wohl auch daran, dass ich 16 Jahre lang in London gelebt habe, so dass mein Lebensmittelpunkt nicht in der Schweiz war. Daher wurde meine Einbürgerung auch einmal abgelehnt.“ Jetzt hat er eine doppelte Staatsbürgerschaft, die der Schweiz und die kanadische.

Der Weg zum Kinder-Pianisten

Seine Eltern sind keine Musiker: „Musiker gibt es eigentlich keine in meiner Familie. Aber Musik war zu Hause bei uns immer vorhanden, im Radio, von CD und so fort.“ Aber anscheinend gab es ja ein Klavier, immerhin erhielt Teo Gheorghiu bereits mit fünf Jahren seinen ersten regulären Klavierunterricht bei Daniel Höxter. „Meine Mutter wollte mit dem Klavierspiel beginnen, daher gab es das Instrument. Letztendlich hatte sie zu wenig Zeit, aufgrund ihrer Arbeit und da sie mit meinem Bruder schwanger wurde. Ich hatte allerdings mehr Zeit“, erklärt er lächelnd. „Es war sehr schnell offensichtlich, dass mir das Klavierspiel sehr viel Spaß bereitete. Mit vier Jahren begann ich herumzuklimpern, zu meinem fünften Geburtstag bekam ich dann Klavierstunden geschenkt. Aber Daniel Höxter war nicht mein erster Klavierlehrer, sondern ich erhielt die ersten zwei Jahre Unterricht bei einer Klavierlehrerin aus der Region. Und nach Daniel Höxter gab es dann natürlich neun Jahre lang meinen Unterricht an der Purcell School of Music in London.“ Diese Musikakademie ist auch ein Internat. Ging Gheorghiu dann mit neun Jahren alleine ins Ausland, nach London? „Im ersten Jahr waren meine Mutter und mein Bruder bei mir – vielleicht nicht einmal ein ganzes Jahr. Danach war ich alleine im Internat. Ich hatte da schon mit vielen Mitschülern einen guten Kontakt aufgebaut – und ich hatte einfach eine gute Zeit dort. Man stellt sich das irgendwie brutal vor, ein junges Kind auf ein Internat wegzugeben … aber bei mir hat das wunderbar geklappt.“ Unterricht erhielt er dort bei William Fong, dem Leiter der dortigen Klavierabteilung. Die Sprache war auch kein Problem? „Eigentlich nicht, als Kind lernt man auch sehr schnell. Vor allem, wenn man in eine neue Umgebung kommt … dann muss man auch diese Sprache lernen.“ Mittlerweile spricht Gheorghiu neben Rumänisch Deutsch, Englisch und mittlerweile auch Französisch.

Anscheinend entwickelte sich der noch junge Gheorghiu sehr schnell am Klavier, immerhin steht da in seiner Biografie, dass er mit 12 Jahren einen Auftritt in der Tonhalle Zürich mit Schumanns Klavierkonzert absolvierte. War er ein Wunderkind? Er lacht: „Es ist nicht meine Aufgabe zu beurteilen, ob ich ein ‚Wunderkind‘ war. Nach diesem Konzert gab es viel Aufmerksamkeit, und dieser Begriff wurde danach öfter benutzt. Für mich bedeutet dieser Begriff allerdings nichts. Es ist eine Kategorisierung, die die Menschen brauchen. Natürlich war es eine große Erfahrung für mich in der Tonhalle zu spielen. Dieses Konzert wurde auch für den späteren Film ‚Vitus‘ mitgeschnitten. Es war sicherlich bei weitem das Größte, was ich bis zu dieser Zeit erlebt hatte. Nicht nur in diesem Saal zu spielen, den ich gut von Konzerten kannte, wo ich Pianisten wie Radu Lupu gehört hatte. Es war auch das erste Mal, dass ich mit Orchester auftrat.“ Wie bereitet man sich in England vor, um in Zürich aufzutreten? „Als Kind hatte ich einfach gar keine Ahnung, was auf mich zukommt. Nicht im schlechten Sinn, sondern im guten. Wenn ich gewusst hätte, was es bedeutet, wäre ich vielleicht erstarrt. Letztendlich war ich in einer Schule, wo Musik das Wichtigste ist, zudem hatte ich einen guten Lehrer, der genau wusste, was ich zu tun habe. Also war ich wohl sehr gut vorbereitet auf diese Situation.“

Zu einigen seiner früheren Kommilitonen hält Gheorghiu anscheinend engen Kontakt, denn immerhin plante er bereits im März einen Auftritt mit Alexander Ullman (s. PIANONews 1-2021) im Klavierduo in der Elbphilharmonie. „Dieses Konzert ist verschoben worden, aber man hat noch Hoffnung, dass es passiert. Es ist unsere erste Erfahrung als Klavierduo, aber wir kennen uns schon seit fast 20 Jahren. Nicht nur als Pianisten, sondern auch als Freunde. Wir haben auch in Philadelphia zusammen gewohnt, als wir beide am Curtis Institute studiert haben.“

Das gesamte Gespräch mit Teo Gheorghiu lesen Sie in PIANOnews 3-2021.

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