Liebe Klavierenthusiatinnen und -enthusiasten,

es ist eine Zeit, in der die Produktion von CDs nun wirklich eine Art von Höhepunkt erreicht zu haben scheint. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht mehrere Neueinspielungen auf den Markt kommen. Das liegt auch an der extremen Globalisierung, denn fast keine Einspielung, die im Ausland erscheint, wird nicht auch weltweit vertrieben. Was aber bieten diese Einspielungen? Wie in den Konzerten der bekannten Konzerthäuser sind es auch auf den Einspielungen in aller Regel die Kernwerke des 19. und 20. Jahrhunderts, die uns immer und immer wieder unterbreitet werden. Natürlich gibt es auch die vielen Entdecker unter den Pianisten, die Labels, die sich speziell dem Aufbau von unbekannterem Repertoire verschrieben haben (cpo oder Grand Piano wären da zu nennen). Dennoch stellt man sich alsbald die Frage, wieso auch die unbekannteren und die schnell wieder in den Schatten der Klaviergeschichte versinkenden Pianisten nun ausgerechnet Beethovens Sonaten, Mozarts Werke oder die von Chopin, von Schumann, von Schubert und all den anderen hundertfach von großartigen Interpreten eingespielten Repertoire-Stücken aussuchen, um sie auf CD zu bannen … Nun, wir sind uns im Klaren darüber, dass gerade diese Werke herausfordernd sind, dass sie niemals genügend angehört und immer wieder anders gespielt werden können. Nur dass selten dieses „anders spielen“ auf den CDs erklingt. Wäre es da nicht sinnvoller, man würde ein wenig abseits schauen, nicht einmal zu viel. Denn Bartók, Ligeti, Schulhoff, Clementi oder selbst Haydn sind seltener eingespielt, sind immer noch im Abseits des allgemeinen Interesses. Dies liegt sicherlich nicht an einer minderen Qualität der Werke, sondern einfach daran, dass die meisten Pianisten sich messen wollen, messen an den großen Interpreten. Ohne dieses „sich messen“ wären auch nicht die zahllosen Klavierwettbewerbe zu begreifen, die einen immer größeren Zulauf junger Pianisten haben.

Was bleibt von all diesen Aufnahmen? Nun, es sind persönliche Statements, und diese sollte man nicht gleichgültig beiseite fegen, nur weil man den Interpreten nicht kennt. Man sollte auch nicht der Gefahr unterliegen, dass man sie mit den großen alten Pianisten-Einspielungen vergleicht. Man sollte unvoreingenommen an solch eine Aufnahme herangehen, sich offen dem Hören hingeben. Ob man dann positiv oder negativ überrascht ist, stellt sich doch erst nach ein oder zwei Hör-Sessions heraus.

Das Fazit: Offenheit auch für die Aussagen von Pianisten, die man nicht kennt, die vielleiht niemals im eigenen Dunstkreis live spielen. Nur dann machen all diese Einspielungen Sinn, nur dann ist es Wert, dass die Künstler sich den Strapazen einer Einspielung hingeben.

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