Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

haben Sie sich in den vergangenen Jahren auch schon einmal über die Namensgebung von CD-Programmen gewundert? „Fantasy“, „Kaleidoskop“, „Motherland“ und wie sie alle heißen … Doch was steckt nun wirklich hinter diesen Titeln – und warum gibt man CDs mit zum Teil extremen Mischprogrammen überhaupt solche Titel? Nun, irgendwann kamen wohl irgendwelche modern eingestellten Marketing-Fachleute auf die Idee, dass es gut sei, auch klassischen CD-Programmen einen übergeordneten Titel zu geben. Immerhin hatte sich der Trend bei Festivals, bei Konzertreihen etc. auch schon durchgesetzt. Doch bei einem genaueren Blick auf die Programmen – seien es nun Konzertprogramme oder auch CD-Einspielungen – fällt auf, dass diese Titel-Ideen-Gebung mittlerweile eher wahnwitzige und skurrile Züge an. Denn immer noch herrscht die Meinung vor, dass jede CD, jedes Konzert, jedes Festival ein Motto, einen Titel benötigt, um sich beim Publikum besser in das Hirn zu brennen, sich besser beim Publikum zu verkaufen. Ist das tatsächlich der Fall? Würde es nicht ausreichen, Programme mit den Komponistennamen zu bewerben, wenn es sich beispielsweise um Beethoven und Schubert handelt? Benötigt man da Titel wie „Fantasy“, wenn es sich um die „Wanderer-Fantasie“ von Schubert und die „Sonate quasi una Fantasia“, die Nr. 14 Op. 27 Nr. 2 von Beethoven handelt? Es ist doch befremdlich, wenn ein Künstler, der sich selbst bereits einen Namen erspielt hat, auch bei großen Komponistennamen immer noch ein Motto benötigt, einen Titel, oder nicht?

Anscheinend haben sich auch bei allen Künstlern diese Ideen der Titel durchgesetzt, denn jeder achtet schon bei der Gestaltung eines Programms darauf, dass ein Titel zumindest ungefähr passen könnte. Und wenn dies nicht der Fall ist, dann nimmt man diesen Titel dennoch und stülpt ihn einfach über das Programm, das vielleicht nicht mehr ganz so passt – aber wen stört das schon? Nun, eigentlich störe ich mich schon daran, denn ich muss immer erst schauen, welche Werke denn eigentlich auf einer CD erklingen, welche Komponisten der Künstler da eingespielt hat. Warum sollen die großen Werke denn hinter einem Titel-Motto versteckt werden, das vielleicht nicht einmal so richtig passt? Und warum werden – wenn es schon sein muss – gerade die mit vielen kleinen Werken versehenen Rectial-CDs junger Künstler nicht schon mit solchen Titeln belegt, sondern immer noch als „Debüt“ bezeichnet, wenn es die erste Einspielung ist?

Die Fragen werden sich nicht wirklich klären lassen, denn auch diese Mode der Titelei der vergangenen Jahre ist zu einem nicht mehr hinterfragten Selbstläufer geworden, der ebenso wenig sinnvoll wie erklärend ist. Schade, denn in früheren Zeiten waren es die Werke, die Komponisten oder die Künstler, die im Vordergrund standen. Heute scheinen es nur mehr Marketing-Überlegungen zu sein, die aber letztendlich aufgrund der Überflutung von solchen Titeln kaum mehr eine Wirkung hervorrufen.

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