Liebe Klavierenthusiastinnen und -enthusiasten,

wenn man über die Konzertlandschaft der Pianisten schaut, dann kann man schon erstaunt sein, wer so alles als „Star“ hochgejubelt wird. Sobald ein junger Künstler ein oder zwei gute Konzerte gespielt hat und ein oder zwei gute Rezensionen für diese Auftritte oder für eine CD erhalten hat, ist sie oder er gleich ein neuer „Star“. Dieses Wort ist mittlerweile so viel und inflationär benutzt, dass man es sich eigentlich auch sparen könnte. Denn kaum ein junger Künstler, der kein „Star“ ist; einer „seiner Generation“, einer „in seinem Land“ und so fort.
Schauen wir einmal zurück, wie der Begriff „Star“ in früheren Zeiten benutzt wurde. Da waren es vor allem die Hollywood-Größen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die als Stars bezeichnet wurden. Und damit einher ging eine bestimmte Aura, eine besondere Qualität über einen längeren Zeitraum auf der Leinwand. Die Nachhaltigkeit und die besonderen Leistungen standen also im Vordergrund – die über einen längeren Zeitraum. Kann es also sein, dass ein wirklich noch junger Pianist bereits ein Star ist? Nun, es gibt natürlich Ausnahmen, auch in jungen Jahren. So beispielsweise Evgeny Kissin. Der hatte aber als er Anfang 20 war bereits eine bestimmte Erfolgsstrecke vorzuweisen und damit auch einen länger anhalten Erfolg. Ansonsten ist es eher selten, dass man sagen kann, dass ein junger Künstler, der gerade einmal ein oder zwei Jahre lang die größeren Bühnen der Welt bespielt ein Star ist.
Schauen wir doch einmal auf die wirklichen Stars, die fast kaum mehr in der Musikwelt als solche bezeichnet werden, aus Respekt vor ihnen oder deshalb, da sie eigentlich irgendwie „schon immer da waren“. Da ist ein Maurizio Pollini, ein Murray Perahia, da ist eine Elisabeth Leonskaja oder ein Krystian Zimerman. Wenn wir auf anhaltenden und jahrzehntelangen Leistungen solcher Pianisten schauen, dann scheint es doch wohl ein Missverhältnis zu den Leistungen von soeben „entdeckten“ jungen Pianisten zu geben, die aber gleich als „neuer Star“ gefeiert werden.
Zudem ist es doch eher so, dass Stars eigentlich gar nicht kreiert werden von Marketingabteilungen, von der Presse oder anderen Drittparteien. Vielmehr werden sie dann zu wirklichen Stars, wenn sie ernsthaft und anhaltend ihrer Leidenschaft und ihrer Neugier für das Klavierspiel auf einem hohen Niveau nachgehen und nicht zwingend die Öffentlichkeit suchen, sondern die Öffentlichkeit als Publikum in ihre Konzerte geht. Sie verfügen über eine Intensität auf der Bühne, die sie von der Masse abhebt.
Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: jeden Monat wird ein „neuer Star“ am Pianistenhimmel (auch solch ein Wort, das inflationär benutzt wird) angekündigt. Oftmals allerdings sind diese Stars dann auch schnellstens wieder in der Versenkung des Vergessens verschwunden. Sind es dennoch Stars geblieben? Genau das unterscheidet die wirklichen Stars von den „Stars“, die nur schnell mit diesem Wort besetzt werden: Die wirklichen bleiben auf den Bühnen und gehen bis ins hohe Alter ihrer Profession mit Engagement und nicht ermüdenden Eifer nach.

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