Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

in diesen Tagen – spätestens – erscheinen wieder die Kataloge der großen Sommer-Festivals in Deutschland und den angrenzenden deutschsprachigen Ländern. Wieder einmal freut man sich, dass in Mecklenburg-Vorpommern, im Rheingau, im schweizerischen Verbier und natürlich im Ruhrgebiet große Festivals sich – neben den vielen anderen Musik-Genres – auch der Klaviermusik widmen. Doch dann, wenn man sich einmal genauer mit den Programmen beschäftigt, man sich gerade die Klavierkonzerte heraussucht und sie miteinander vergleicht, ist man doch etwas bestürzt über die scheinbare Ideenlosigkeit der Verantwortlichen. Denn oftmals ist es so, dass dieselben Pianisten innerhalb eines Monats von Festival zu Festival reisen, man sie also überall im Sommer hören kann. Natürlich ist es schön, wenn man Grigory Sokolov in jedem Festival erleben kann, ebenso wie Igor Levit oder Daniil Trifonov. Aber ist es wirklich die Aufgabe von Festivals die Pianisten zu engagieren, die ansonsten auch in den subventionierten Konzertreihen der großen Städte auftreten? Wäre es vielmehr spannend, dass ein Festival vielleicht anderes bietet, neue Namen und damit zur Entdeckerfreude der Klavierfreunde beiträgt?

Es hat einfach den Anschein, dass die Festivals den Ideen und der Promotion einschlägiger Agenturen und anderer Firmen im Klassik-Bereich folgen. „Trends“ ist wohl das Schlagwort, das man nutzen könnte, will man den Grund für diese Dopplungen von Namen erklären. Dabei gäbe es so viele – gerade in Deutschland – noch zu entdeckende Pianisten, so viele unterschiedliche Programme … Gerade Festivals waren einmal angetreten, Neues außerhalb der gewohnten Konzertprogramme zu präsentieren. Doch nach und nach sind die Festivals dazu übergegangen, sich einem vordergründigen, allgemeinen Zeitgeschmack anzupassen. Und so wurden genau die Pianisten immer und immer wieder engagiert, die längst in den Saisons vor und nach den Festivals auftraten. Man scheint zu meinen, dass die Klavierliebhaber ausschließlich diese Künstler hören wollen, nicht daran interessiert sind, auch andere Namen zu entdecken. Und wenn dann hier und da doch einmal ein junger Künstler die Möglichkeit hat, sich in diesen Festivals zu präsentieren, dann folgen dem einen die anderen in gleicher Weise nach. Schade ist dies schon, denn so gibt es Wellenbewegungen, in denen man überall die gleichen Pianisten hört – und ein paar Jahre später dann dasselbe mit anderen. Wäre es nicht weitaus sinnvoller, wenn man es besser aufteilen würde, wenn auch die Pianisten die Chance bekämen, sich über die Jahre hinweg in den Programmen unterschiedlicher Festivals wiederzufinden, anstatt in einem Jahr überall abgehandelt zu werden?

Die Gleichheit der Programme ist jedenfalls traurig und macht die so bunte Welt der Klaviermusik ein wenig fad und grau.

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