Liebe Klavierfreunde,

es hat sich längst manifestiert, dass die digitale Form von Musik auch Einzug in die sogenannte klassische Musik gehalten hat. Während der Jazz immer noch stark vom Momentum lebt, also dem Augenblick, in dem die Improvisation auf der Bühne entsteht, scheint die klassische Musik als aufgenommenes Erlebnis in den vergangenen Jahrzehnten ein Eigenleben der Akzeptanz erhalten zu haben. Das ist entsprechend der neuen Zeiten, der modernen Möglichkeiten ein positives Zeichen, denn ohne diese Digital-Technik wäre vieles (auch diese Newsletter) nicht möglich. Aber kann man Musik digitalisieren? Nun, gerade das Erklingen von Klaviermusik ist ein traditionelles Erlebnis, das nicht ins Digitale umgesetzt werden kann. Oder doch? Immerhin lässt sich auf den einschlägigen Plattformen immer mehr dieser Musik erleben und downloaden. Doch ist das wirklich das, was wir uns anhören wollen? Ist es nicht so, dass die meisten Menschen noch lange keine guten Wiedergabesysteme an ihrem Computer haben? Die wirklich dringende Frage stellt sich aber erst danach: Kann man dann gleich zu Hause bleiben, um beispielsweise ein Konzert als digitale Übertragung im Internet mitzuerleben oder sollte man dennoch den Weg ins Konzert suchen?

Nun, beides ist legitim, wenn es um bestimmte Bereiche geht. Der diesjährige Tschaikowsky-Wettbewerb hat es vorgemacht: Kaum ein Wettbewerb hatte jemals solch eine breite und weltweite Publikumsakzeptanz zuvor aufgrund des Live-Streams, den man miterleben konnte. Und er wurde angenommen. Zehntausende haben verfolgt, was in Moskau am Flügel passierte. Und so haben etliche der Kandidaten bereits ein Publikum für sich gewinnen können, ohne auch nur einen Preis zu erhalten. Da macht das digitale Erlebnis durchaus Sinn. Aber ein Download einer CD aus dem Internet? Ist das wirklich sinnvoll? Nun, in Ländern, in denen die Entfernungen so groß sind, das man vielleicht einen Tag bräuchte, um in ein Geschäft mit CDs zu gelangen, oder der Postweg so groß ist, dass es zwei Tage dauert, bis man solch eine CD geliefert bekommt, ist es ein Segen, diese Downloads zu haben. Aber in Mitteleuropa ist das eigentlich nur Faulheit – und Gewinnsucht von Labels.

Denn mittlerweile werden bereits rein digitale Veröffentlichungen angeboten, so dass die Firmen die physischen Produkte sparen. Ob das wirklich lukrativ ist, steht auf einem anderen Blatt …
Tatsache ist, dass auch im Sektor der Musikpresse immer mehr Verleger auf digitale Internetplattformen setzen … Aber wer liest das wirklich? Nun, sicher, man hat eine weltweite Verbreitung, aber die Sprachbarrieren tun das übrige in Mitteleuropa. Letztendlich will man doch vor allem eines: Erleben, erleben wie die Musik im Saal klingt, wie der Pianist atmet, wie er auf die Bühne kommt (unabhängig von Kameraeinstellungen), will sich in einer Pause austauschen mit anderen Besuchern und so fort. Man will auch Papier in die Hand nehmen und nochmals nachblättern, was da stand.

Das haptische und das akustische Erlebnis werden immer bleiben. Allein die Faulheit gilt es zu besiegen, sich mit dieser Art von Erlebnissen zu beschäftigen. Dann allerdings wird man noch lange davon zehren, denn man nimmt die Musik, das gelesene besser und intensiver, also auch nachhaltiger wahr und erinnert sich auch noch in vielen Jahren daran. Das ist dann eine Gedächtnisspeisung, die auch ein digitales Medium nicht ersetzen kann.

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