Liebe Klavierfreunde und -freundinnen,

soeben hat das deutsche Traditionsunternehmen Grotrian-Steinweg bekanntgegeben, dass es die Mehrheit seiner Geschäftsanteile an die Parsons Music Group in Hong-Kong veräußert hat. Eine weitere Art von „Übernahme“ eines deutschen Klavierherstellers also? Nun, nachdem in der Vergangenheit einige Unternehmen aus Deutschland bereits ihre Tätigkeiten ganz aufgeben mussten (Ibach) immerhin mit Eigenbauten einstellten (Pfeiffer und Thürmer), ist es in den vergangenen Jahren immer häufiger zu Übernahmen gekommen. Die Marke „Feurich“ wird nach einigen Namenswirren nicht mehr in Deutschland gebaut, Seiler gehört dem koreanischen Giganten Samick (auch wenn in Deutschland noch Instrumente gefertigt werden), das Unternehmen Steinway & Sons ist schon lange eine fremdgeführte Aktiengesellschaft gewesen, bevor es von einem Hedge-Fond-Unternehmen übernommen wurde (auch wenn das Unternehmen nach wie vor einen Teil ihrer Instrumente im Hamburger Werk fertigt) …

Wer die Historie des deutschen sogenannten industriellen Klavierbaus einmal nachverfolgt kann erkennen, dass es seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer nur bergab ging, mit der Markenvielfalt. Natürlich waren noch vor dem 2. Weltkrieg zahllose Unternehmen mit dem Bau von Klavieren und Flügeln beschäftigt. Doch der 2. Weltkrieg forderte viele Opfer bei den Klavierbauunternehmen. Dennoch erholte sich eine gesunde Anzahl von Klavierbauern und konnte wieder industriell fertigen. In den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts kam dann eine spürbare Krise, die nochmals durch die Weltwirtschaftskrise verschärft wurde. Dennoch überlebten fast alle auch stark exportorientierten Klavierbauunternehmen diese Krise.

Heute aber stellt sich die Frage nach dem zukünftigen Klavierbau aus Deutschland. Wer ist denn wirklich noch ein rein deutsches Klavierbauunternehmen? Wenn man einmal Steinway & Sons außen vor lässt, sind es noch die folgenden Unternehmen (alphabetisch): Bechstein (zumindest mit seinem Werk in Deutschland, denn man besitzt ja auch eines in der Tschechischen Republik), Blüthner, Aug. Förster, Sauter, Schimmel (zumindest mit seinem Werk in Deutschland, denn man besitzt ja auch eines in Polen) und Steingraeber & Söhne. Das sind nicht mehr viele, die unter deutscher Führung sind. Natürlich werden auch weiterhin in Braunschweig von den deutschen Mitarbeitern Klaviere und Flügel der Marke Grotrian gefertigt werden, das steht bislang außer Frage. Aber die Geschichte lehrt uns, dass oftmals ausländische Besitzer anderen Ideen folgen, als die deutschen Hersteller, die noch in Familienbesitz waren, es Jahrzehnte, ja Jahrhunderte lang getan haben. Man kann nur hoffen, dass die genannten Unternehmen auch weiterhin in deutscher Hand verbleiben.

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