Liebe Klavierfreundinnen und Klavierfreunde,

wenn man sich einmal im Bekanntenkreis umhört, dann erkennt man immer wieder, dass einige der Bekannten „ganz früher einmal“ Klavierunterricht hatten. Allerdings haben sie das Klavierspiel (wegen des Lehrers, des Übens etc., es gibt Hunderte von Ausreden) aufgegeben. Seither sind sie nicht mehr zurückgekehrt. Warum ist das so? Nun, ich denke, dass es mehrere Gründe gibt: Zum einen gibt es tatsächlich die Möglichkeit, dass zwischen Lehrer und Schüler einfach nicht die passende „Chemie“ herrscht. Aber anstatt aufzugeben, sollte man sich nach einem anderen Lehrer umschauen. Auch das Üben ist ja nur dann eine Last, wenn der Lehrer (oder auch die Eltern) eine Art von Erwartungshaltung an den Schüler bzw. das Kind herantragen, die vielleicht oftmals einfach nicht der Realität entspricht und damit dann auch nicht zur Frustration führen muss, wenn man die Anforderung einfach der Realität, dem Wollen des Kindes (auch in Bezug auf die Literatur) anpasst.

Warum ich mir diese Gedanken mache? Nun, letztendlich sind die meisten, die dann das Klavierspiel aufgeben, vollkommen ohne klassische Musik in ihrem weiteren Leben aufgewachsen. Und das halte ich für tragisch. Denn die, die zumindest schon einmal den Bezug zu diesem Instrument und sogar zum eigenen Musizieren hatten, hatten die besten Voraussetzungen ihr Leben mit Musik zu bereichern. Und darüber muss man nicht diskutieren, dass Musik in jedem Fall das Leben bereichert, die Musizierenden und die mir Musik Lebenden fröhlicher, ausgeglichener … zufriedener werden lassen. Und ist es nicht von vielen anderen genau dieses Ziel, was sie anstreben?

Gerade die Anforderungen an die Schüler in unserem Schulsystem sind fragwürdig, denn man belastet sie unnötig, und vergisst dabei, dass sie ihren eigentlichen Neigungen kaum mehr nachgehen können, oder sie überhaupt erst herausfinden. Die Konsequenz wird auf Dauer sein, dass es immer weniger junge Menschen gibt, die – nach vielleicht anfänglichem Enthusiasmus – ihr Hobby aufgeben … und das ist oftmals auch das Musizieren. Und dabei verstehen diejenigen, die diese Aufgabe einfach hinnehmen, als gegebene Notwendigkeit für das vermeintlich Wichtigere akzeptieren, dass dadurch auch die Zukunft weithin an Musik verarmt. Denn wer kaum mit Musik umgeht, oder sie selbst ausübt, wird auch kein Vorbild für die Kinder sein, die derjenige selbst einmal hat. Und so platzt sich diese „Musiklosigkeit“ fort. Und da wissen die Orchester oder die Konzertserien in Deutschland nicht genau, warum so wenige Jugendliche in Konzerte gehen? Genau aus diesen Gründen!

Dass Kultur – und die Musik im Besonderen, wenn es um die die sogenannten E-Musik geht – heute kaum mehr von den Massenmedien, von der Politik oder von anderen einflussreichen Lobbys als wichtig, oder gar dringend notwendig angesehen wird, steht beim momentanen Stand der Hilfe, der Subvention und des Aktionismus im Bereich der Musikausbildung außer Frage. Aber das bedeutet nicht, dass nicht jeder Einzelne etwas dagegen tun kann: in Grundschulen, in Kindergärten, in der Bekanntschaft … genau dort eben, wo die Grundlage des Musiklandes Deutschland liegt: im Privaten Bereich, der einmal so stark und groß war und auf dessen Grundlage sich Komponisten und große Interpreten entwickeln konnten. Und vielleicht sollten wir uns selbst einmal fragen, ob wir nicht im kommenden Jahr etwas tun wollen, um die Musik wieder dorthin zu bringen, wo sie hingehört: in die Herzen der Kinder, in die privaten vier Räume …

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frühes Weihnachtsfest 2014 und einen wunderbaren Jahreswechsel mit viel Klaviermusik … Ihr

Carsten Dürer

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