Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

man spürt es allerorten: Es findet ein Generationswechsel statt, der es in sich hat. Natürlich sind

Generationswechsel seit Menschengedenken immer an der Tagesordnung, aber seit der Zeit, die dem Zweiten

Weltkrieg folgte, gab es derer nicht allzu viele. Lange noch haben (und tun dies auch heute noch) Pianisten

aus der Generation, die noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geboren wurden, die Bühnen der Welt

dominiert. Großartige Musiker, die wir alle zum großen Teil heute als Helden verehren. Danach folgte eine

Generation, die sich nur zu einem Teil den Bühnen allein widmeten, sondern die erkannte, dass sie das

Gewesene, das Erlebte und das Wissen an eine jungen Generation weitergeben sollte: zahlreiche Pianisten

wurden zu Professoren, oftmals zu solchen, die sich aufgrund ihrer Lehrtätigkeit vom Podium fast gänzlich

zurückzogen. Diese Generation von Professoren war stark aktiv im Geben von Kursen und im Initiieren von

Klavierwettbewerben. Nach und nach beherrschten diese Professoren einen großen Teil der Klavierszene. Es war

eine internationale Gruppe, die sich gegenseitig einlud, die sich aufgrund der Erfolge ihrer Schüler in

Bedeutungssphären aufschwang, in die eigentlich nur die Pianisten auf den internationalen Bühnen gehörten.
Mittlerweile ist diese Generation gealtert, sind von ihren Professuren oftmals aufgrund des Alters

erimitiert, geben nur noch wenige Kurse. Zwar lebt dauert ihr Ruhm noch an – und das ist auch richtig so,

haben sie doch viele großartige junge Pianisten das Klavierspiel gelehrt. Es ist eine neue Generation im

Anmarsch. Es gibt neue, jüngere Verantwortlichen für die Klavierwettbewerbe. Und die haben längst erkannt,

dass sie sich in der heutzutage so reichen Wettbewerbslandschaft kaum mehr profilieren können, wenn sie die

immer gleichen Professoren in aller Welt in die Jury einladen. Vermehrt versucht man nun auch auftretende

Pianisten in die Jurys zu beordern. Und auch die Kurslandschaft hat erkannt, dass man mit den immer gleichen

Namen nichtzwangsläufig Studenten aus aller Welt anzieht. Es ist ein Umbruch, der da gerade vor sich geht,

einer, der auch die Vielfalt innerhalb der Klavierlandschaft beflügelt, denn durch neue, unterschiedliche

Einflüsse und Meinungen werden auch junge Künstler entdeckt, die vor den Ohren der vorherigen Generation

vielleicht aufgrund bestimmter, gefestigter Meinungsbilder keine Chance gehabt hätten, entdeckt zu werden.
Die Ideen, die diese neue und jüngere Generation mit sich bringt, gebiert neue Ideen, macht aus dem Klavier

keinen Zirkus, aber lässt eine breitere Öffentlichkeit teilhaben an Erlebnissen des Klavierspiels, die es

bislang auf diese Weise nicht gab.
Während sich auf den Bühnen dieser Generationswechsel schon längst vollzogen hat und auch die „unbequemen“,

die „eigenwilligen“ Jungpianisten eine Chance erhalten, ihr Können darzustellen, findet der Umbruch in der

Klavierwelt abseits der öffentlichen Bühnen erst jetzt statt. Dadurch entsteht eine neue Dynamik in der

Klavierlandschaft, die zu beobachten spannend und facettenreich ist.

Beste Grüße von

Ihrem

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