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Elena Bashkirova

„Der Mensch braucht das Kunst-Erlebnis“

Von: Martin Hoffmeister

Elena Bashkirova stammt aus einer Musikerfamilie, studierte in Moskau bei ihrem Vater Dmitri Bashkirov Klavier und ist mit Daniel Barenboim verheiratet. Aber sie ist keine leicht einzuordnende Pianistin. Mit ihren Aktivitäten für die Kammermusik-Szene hat sie viel bewirkt, im israelischen Jerusalem sowie mit einem Festival in Berlin. Solistisch tritt sie nicht allzu häufig auf, doch wenn, dann hört man eine individuelle Künstlerin mit Hang zu großem Klang. Sie ist eine Kosmopolitin, die klare Ansichten über das Klavierspiel und die Kunst hat. Wir sprachen mit der Pianistin über Instrumente, das Grundlegende am Klavierspiel und über die Zukunft der Klavierwelt.

PIANONews: Frau Bashkirova, Ihre Klavier-Rezitale vergegenwärtigen einen eminenten künstlerischen Gestaltungswillen. Nichts scheint dem Zufall überlassen zu sein. Ihr Spiel atmet und gibt sich modelliert zugleich. Begreifen Sie das Konzertieren eher als bewussten oder intuitiven Akt?

Elena Bashkirova: Wenn ein Rezital erfolgreich über die Bühne geht, dann war gewiss beides im Spiel. Natürlich sollte man sich immer bewusst darüber sein, was man macht und warum. Die Bilder oder Geschichten, die mir beim Spielen durch den Kopf gehen, sind meine Sache. Gelegentlich kann es vorkommen, dass auch beim Publikum entsprechende Bilder entstehen, es können aber auch ganz andere sein. Ich bin lediglich für die künstlerische Konsistenz meines Vortrags verantwortlich. Um es auf den Punkt zu bringen: Man kommt weder allein mit Intuition, noch mit Kontrolle zu befriedigenden Ergebnissen. Wünschenswert ist immer die Mischung aus beidem.

PIANONews: Welche Rolle spielen Spontaneität, die Magie des Augenblicks oder atmosphärische Faktoren wie Räume?

Elena Bashkirova: Der Rahmen, in dem wir künstlerisch agieren, ähnelt sich immer mehr oder weniger. Innerhalb dieses Rahmens aber sind wir frei. Und genau diese Korrespondenz zwischen vorgegebenem Rahmen und Freiheit ermöglicht den erfüllten Schaffensprozess.

PIANONews: Eine wesentliche Rolle beim erfolgreichen Rezital kommt dem Instrument zu. Einige Pianisten vergleichen den Flügel mit dem menschlichen Körper, einem Körper, auf den man sich einlassen muss, dessen Potenziale und Grenzen es stets neu zu erforschen gilt. Umgekehrt definiert das Instrument auch die Spielräume und Möglichkeiten des Musikers. Wer also domestiziert wen?

Elena Bashkirova: Zweifellos ist Klavierspielen ein physischer Akt, für mich jedenfalls. Ich habe eine starke Affinität zum Klang, und ich prüfe bei jedem Instrument immer zuerst, was man erreichen, wie weit und wie tief man gehen kann. Jeder Flügel reagiert anders auf einen Pianisten und damit muss man umgehen können. Gerade bei minderwertigen Instrumenten spielt die Physis eine weitaus erheblichere Rolle. Man muss den ganzen Körper nutzten, um seine Ziele zu erreichen. Wenn ein Flügel aber ausbalanciert ist über die Lagen, kann man leichter eigene Akzente setzen und nuancieren, weil man nicht fortwährend „gegen“ das Instrument kämpfen muss.

PIANONews: Die Probleme von Pianisten mit unzulänglichen Flügeln sind bekannt. Einige Musiker reisen daher nur mit dem eigenen Instrument, zudem nicht selten mit dem eigenen Klavierstimmer. Andere, wie Svjatoslav Richter, begriffen mittelmäßige Instrumente als notwendige Herausforderung …

Elena Bashkirova: Wenn man ein gutes Instrument hat, dann ist man glücklich, dann stimmt alles. Man spielt auch besser, weil man nicht limitiert wird, alles ausdrücken kann, was einem vorschwebt. Das Instrument gibt einem genau das, was man sich vorstellt. Man braucht nicht um jeden Ton zu kämpfen. Dennoch verzichte ich darauf, mit dem eigenen Flügel um die Welt zu reisen, denn die meisten Flügel in den Konzerthäusern sind in Ordnung. Natürlich erlebt man immer wieder Überraschungen, weil Instrumente anders als erwartet klingen, aber auch darauf muss man adäquat reagieren können. Ich bezeichne das immer als den sportlichen Aspekt meines Berufes. Am Ende des Tages muss man sowieso lachen können, wenn es mal nicht perfekt gelaufen ist...

Das gesamte Interview lesen Sie in PIANONews 1-2018



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