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„Ich will mich innerlich, geistig und emotional entwickeln.“

Henri Sigfridsson

Von: Carsten Dürer


Es war im Jahre 2000, als ich den hünenhaften Finnen Henri Sigfridsson erstmalig hörte, im Finale des Géza Anda-Wettbewerbs in Zürich. Damals errang er nach Filippo Gamba den zweiten Preis und erhielt aufgrund seiner Bühnenpräsenz und seiner überzeugenden Interpretationen den Publikumspreis. Seither hat sich vieles bei Sigfridsson getan, vor allem, da er 2005 dann den 1. Preis beim Internationalen Telekom Beethoven-Wettbewerb in Bonn erringen konnte. Dem Aufstieg schien nichts mehr im Wege zu stehen. CD-Aufnahmen folgten, Sigfridsson spielt mehr Solokonzerte als zuvor. Denn da hatte er zahllose Kammermusikwerke mit großartigen Künstlerpersönlichkeiten wie Gidon Kremer, Boris Pergamentschikow oder Leonid Kavakos aufgeführt. Wir trafen den sympathischen Pianisten, um uns mit ihm über seinen Werdegang und seine heutige Sicht der Dinge zu unterhalten.


PIANONews: Als ich Sie das erste Mal hörte, spielten Sie im Géza Anda-Wettbewerb in Zürich und erhielten den 2. Preis, das war 2000. Zuvor hatten Sie aber schon den Internationalen Franz Liszt-Wettbewerb in Weimar gewonnen, 1994. Und 2005 dann den Internationalen Beethoven-Wettbewerb in Bonn, der wahrscheinlich wichtigste Sieg. Wie viele Wettbewerbe haben Sie eigentlich gespielt?

Henri Sigfridsson: Ich kann es eigentlich ziemlich genau sagen [zählt im Kopf nach]. Es waren genau 10 Wettbewerbe.

PIANONews: Der Beethoven-Wettbewerb hat Ihnen einiges gebracht. Wenn Sie zurückblicken, sehen Sie da heutzutage Wettbewerbe als probates Mittel, um Karriere zu machen?

Henri Sigfridsson: In meinem Fall war das jedenfalls so. Es hat mit den nationalen finnischen Wettbewerben begonnen, dass ich schon ins Konzertleben hineingekommen bin, natürlich dann vor allem in Finnland. Dann habe ich aber durch den Wettbewerb in Weimar auch nach und nach Konzertauftritte in Deutschland gehabt, bin ja dann 1995 auch zum Studieren nach Deutschland gezogen. Und der Géza Anda-Wettbewerb war dann der eigentliche Wendepunkt. Durch diesen Wettbewerb habe ich direkt und später indirekt Auftritte erhalten. Der Beethoven-Wettbewerb war dann die Krönung, die mir noch sehr schöne Auftritte brachte. Was andere Pianisten angeht: Ich kenne viele Kollegen, die auch Wettbewerbe gewonnen haben und dann letzten Endes doch nicht so aktiv spielen – ich weiß nicht genau, woran das liegt.

PIANONews: Wie beurteilen Sie diese positive Wendung denn bei sich selbst? Man bekommt einen Auftritt bei einem Veranstalter wegen des Wettbewerb-Gewinns. Was weiter?

Henri Sigfridsson: Ich bin glücklicherweise dann noch einmal eingeladen worden. [er grinst] Ich muss auch dazu sagen, dass ich wirklich gute Kontakte zu Veranstaltern, zu Intendanten, Dirigenten, zu Kammermusikpartnern und Klavierkollegen habe. Und da stimmt einfach auch oftmals die menschliche Ebene zwischen uns, und daher klappt es so gut. Ich muss mich da sehr glücklich schätzen.

PIANONews: Zwischendurch hatte ich den Eindruck, dass Sie immens viel Kammermusik spielen, vor allem vor dem Beethoven-Wettbewerb. War das so, und war das nicht auch schon ein bisschen zu viel?

Henri Sigfridsson: Ja, ich dachte das damals auch. Vor allem, da man von sich selbst und von außen den Eindruck erhalten konnte: Das ist ja der ewige Begleiter.

PIANONews: So würde ich das eigentlich nicht ausdrücken wollen …

Henri Sigfridsson: … nein, aber manche haben es so gesehen. Inzwischen denke ich nicht mehr so, ich habe mittlerweile sehr viele spannende Soloauftritte, bei den Sommerfestivals sehr viel Kammermusik … Aber ich würde sagen, jetzt ist die Balance sehr gut, ist es gleichwertig. [denkt kurz nach] Nun, das zu sagen ist vielleicht falsch, denn was hat welchen Wert – das ist mir eigentlich wurscht.

PIANONews: Nun gibt es ja Pianisten, die sich auch ganz eindeutig auf die Kammermusik spezialisiert haben, die sich dazu bekennen. Aber wenn man sich als Solist exponieren will, dann ist dies als Kammermusiker natürlich schwer – und ich hatte den Eindruck, Sie wollten Solist sein, ansonsten hätten Sie nicht noch einmal an Wettbewerben teilgenommen, oder?

Henri Sigfridsson: Das stimmt. Aber mittlerweile kenne ich auch Künstler, bei denen es anscheinend von Kindheit an klar ist, dass sie Solisten werden wollen. Sie haben diese Zielstrebigkeit, wissen ganz genau, dass sie nur solistisch spielen wollen, Karriere machen wollen. Ich hatte das nie, auch nicht vom Elternhaus aus. Niemand hat mich gezwungen. Es war nur wichtig: Ja, spiel gut und üb’ schön. Diese Strebsamkeit war bei mir nie der Fall. Damals bin ich zu Wettbewerben gegangen, um zu Wettbewerben zu gehen, aber ich habe selten daran gedacht, was danach passieren könnte. Ich sehe das heute nicht nur bei meinen Schülern, sondern überall bei Studenten: Viele denken bis zum Wettbewerb. Dabei ist es ja nur der Anfang. Das ist aber ein Erfahrungswert, den ich damals auch nicht hatte. Und dann kamen plötzlich Konzerte und man denkt: Das ist ja toll. Und dann denkt man, es könnte ja auch mehr sein. Und so geht man zu einem weiteren Wettbewerb – und bei mir war es ja dann auch so, dass es ganz gut geklappt hat. Aber ich habe nie so gedacht, dass ich jede Woche mit Orchester spielen will, oder solistisch. Das will ich eigentlich auch heute gar nicht.

Das vollständige Gespräch können Sie in PIANONews 1-2011 nachlesen.

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